06 Februar 2017

Balkan Tour 2016

Sommer 2016

Im Sommer 2016 ging es auf getrennte Abenteuertrips.
Jessica verschlug es mit einer Freundin nach Kirgistan auf einen abenteuerlichen Wanderritt.

Meine Wenigkeit ging weiter im Plan, jedes Land des Kontinentdes Europa mit dem Motorrad mind. einmal befahren zu haben.
Und so viel meine Reiseplanung in diesem Jahr auf die ehemaligen Länder Ex Jugoslawien.
Schnell musste ich feststellen das man mit nur zwei Wochen Sommerurlaub sich nicht auf eine normale Rundreise festlegen kann. Ausser man spult alles im Schnell Durchgang ab.
So entschied ich mich auf dem schnellsten Weg nach Albanien zu fahre. So hatte ich genug Zeit auf dem Weg zurück.  
Die Anfahrt gestaltete sich schon speziell. Den ich hatte zum ersten mal Urlaub in der Hauptreisezeit. Also viel Verkehr auf den Strassen.  So wurde ich dann auch ab und zu zum Staudurchfahrer und Pannenstreifen Benutzer.  


Albanien

Nach zwei Tagen Autobahn und Hauptstrassen kam ich endlich in Tirana an. 
Ein Zimmer war dann auch relativ schnell gefunden. Ich wunderte mich zuerst noch warum ich der einzige Gast war. Als ich dann mein Motorrad an dem von der Dame am Empfang angegebenen Hof abstellen wollte fiel mir auf wo ich wohl gelandet war. Vis a Vis des Hotels gab es zwei mehrere Nachtclubs. Der Platz für mein Motorrad entpuppte sich mal wieder als ein dubioser Hinterhof wo Waren umgeschlagen wurden.  Es wurden Erinnerung wach an eine ähnliche Parkgelegenheit die ich mal im Iran hatte. Aber mein Bauchgefühl sagte mir............. Das passt hier.

Frisch geduscht ging es dann mal auf Erkundungtour durch Tirana. Schnell die üblichen Touristenpunkte besucht, was gegessen und dann zurück ins Hotel. 

Am nächsten Tag ging es danach schon weiter.  Ich wollte weg von den Touristen und so fuhr ich ins Hinterland von Albanien. Was ich dort fand stimmte mich nachdenklich. Das wir in Europa noch so viel Armut haben aber es niemanden wirklich interessiert. 
So fuhr ich weiter durch schöne Landschaften und Dörfer mit verfallenen, bewohnten Wohnhäusern. Das die Strassen mehr schlecht als recht waren, das war mir von Anfang an bewusst. Auch das sich die Strasse plötzlich in einen Feldweg verwandeln könnte wusste ich. Und so war dann auch plötzlich nach einem Weiler die Strasse zu ende, aber etwas führte weiter. Also folgte ich dem Weg. Es gab dann Bäche zu durchfahren oder einige Meter in Ihnen zu fahren bis der Weg auf der anderen Seite wieder aus dem Bach führte. Und dass alles in Europa, nicht irgendwo in Zentralasien oder dem Himalaya. 
Endlich wieder auf einer halbwegs normalen Strasse fuhr ich dann erst mal an ein Gasthaus ran um auf der Karte zu checken wo ich überhaupt war. Dort bekam ich den Tipp in die andere Richtung zu fahren. Da würde sich die grösste Schlucht des Balkan befinden.
So ging es dann in die andere Richtung. ich fuhr und fuhr, aber keine Spur von einer Schlucht. Doch dann nach ca. 50km öffnete sich der Bachlauf zu einer Schlucht.  Also folgte ich dieser und hoffte auf der anderen Seite dann wieder zurück fahren zu können.  Tja, kurze Rede langer Sinn... die andere Seite war eine Sackgasse. Gelohnt hatte  sich der Abstecher trotzdem. Aber alles in allem viel Zeit und Kilometer verfahren mit dieser Aktion. Den wie ich feststellen musste gab es von dort nur einen Weg zum geplanten Ziel von mir. Ja, genau, die gleiche Strasse wieder zurück.  Und wie das leben so spielt, schlug das Wetter schlagartig um. Vom Sonnenschein zum Gewitter in 2 Minuten.  Der Boden der Berge konnte das ganze Wasser gar nicht aufnehmen so viel kam da jetzt vom Himmel runter. Schnell wurde die Strasse zum Bächlein. die Schlaglöcher zu unberechenbaren Pfützen. Und so stand ich nach einiger zeit wieder beim Gasthaus von vorhin. Laut Navi sollte es auch ein Hotel sein. So fragte ich und wurde komisch angeschaut.
Aber es gab da tatsächlich ein Hotel, versteckt auf der anderen Strassenseite. Aber wohl sehr selten ein Gast der das doch neue Hotel besucht. Die Eingangshalle war ca. 5cm. tief unter Wasser dank des Gewitters, aber das Zimmer lies kein Wunsch offen.
Ende gut alles gut an diesem Tag.
Am nächsten Tag ging es dann weiter Richtung Mazedonien. Und natürlich quer durchs Hinterland.



Mazedonien
In Mazedonien standen vor allem das Fahren und der Besuch von Skopje auf dem Plan.
Abseits der Hauptstrassen suchte ich mir von der Grenze weg den Weg zur Hauptstadt. Und wieder, ein sehr schönes aber auch sehr armes Land.  Dann endlich kam ich der Hauptstadt langsam näher. 
Die Stadt selber erstaunte mich wirklich. Sie hat einiges an Kultur zu bieten. Tja, man vergisst halt einiges aus dem Geschichtsunterricht.
Der Abend stand dann auch ganz im Zeichen der Stadtbesichtigung inkl. einen feinen Nachtessen im Zentrum.
Am nächsten Tag ging es dann weiter in die Hügel und Richtung der Grenze zum Kosovo.




Kosovo
Hier hiess es dann erst einmal die Versicherung an der Grenze kaufen.
eigentlich wollte ich weiter nach Pristina, aber einmal falsch abgebogen und erst 40km später bemerkt liess mich die Route spontan um planen.  So folgte ich dann der M9 einer schönen Schlucht entlang. Das Navi zeigte mir den Weg zur Grenze perfekt an, nur die M9 endete an einem Waldrand vor der Grenze. Ein Waldweg würde weiter gehen. Ich wollte schon dort entlang fahren als mich ein Jäger darauf hinwies das es an der Grenze Betonelemente hätte. Die Strasse wäre schon lange geplant, aber das Geld fehle wohl auch in Zukunft dafür.  mit einer kleinen Wut im Bauch ging es erst mal etwas trinken. Und danach der Ganze Weg wieder zurück.  Wieder zurück in der Zivilisation fragte ich zwei Polizisten nach dem Weg zum nächsten Grenzübergang. Nach einigem Hin und her und einem Sprachdurcheinader erklärt mir einer den Weg. Nur da wo wir stehen und ich durch soll stand eine Absperrung mit einer Fahrverbotstafel. Da zückte einer der Polizisten sein Telefon...
Es folgte eine Diskussion per Telefon, wo ich bemerkte das es um mich ging. Danach dann die Erklärung. ich könne die Strasse benutzen Das Militär hätte dort eine Übung abgehalten welche aber anscheinend zu ende sei. Der Grenzposten sei informiert das ich komme.  So ging es eine schöne Passtrasse ohne Verkehr hoch. Mal ein wenig fliegen gelassen bei der Gelegenheit.
Und schon bald nach einigen schönen Kurven stand ich oben auf ddem Hügel vor den beiden Grenzhäuschen des Kosovo und danach von Montenegro.




Montenegro
Weiter ging es nun im nächsten Land des Balkans. Hier hatte ich vorallem Wege Strassen in den Bergen und Hügeln geplant.
Und ich kann im nach hinein sagen, es war eine der schönsten Gegenden der Reise. Ich fuhr einfach mal via Kompass den Bergen entgegen. Kein Plan wo ich wirklich war. Aber es war jeden Meter Wert den ich dort fuhr. Gegen Abend war ich irgendwo auf einer Strasse wo mir seit 2 Stunden kein Fahrzeug begegnete. Ich machte mir langsam Gedanken ob ich hier evtl. auf einer Sackgasse unterwegs war. Nach vielen Kilometern dann endlich eine Kreuzung mit einem Wegweiser. Was noch besser war. Im Tal unten konnte ich eine Ortschaft ausmachen. Also fuhr  runter ins Tal in der Hoffnung ein kleines Hotel zu finden.  Zu meiner Überraschung wurde ich nicht enttäuscht. Das kleine Dorf hatte doch tatsächlich ein neues Hotel.  Also nichts mit Zelten in den Bergen weil ich mich verfahren hätte verfahren haben können. Aber o weh. Sie nehmen keine Karten. Das Gerät wäre noch nicht installiert.  Hat dieses kleine Dorf den auch einen ATM??  Ja, hatte es. Zu meinem  Glück. Nun gab es nur noch ein kleines Problem. Meine BMW wollte demnächst auch wieder mal etwas in Ihren Tank. Dochauch dieses Problem konnte in dieser abgelegenen Gegend schnell gelöst werden.
Am nächsten Tag ging es dann wieder zurück in die Berge wo ich so ziemlich alleine unterwegs war.
Das nächste Ziel hiess dann Serbien.




Serbien
Auch in Serbien versuchte ich mich abseits der Hauptstrassen zu halten und vorallem ein wenig abseits der Touristenpunkte. Und so fuhr ich einfach mal dem Vorderrad nach. So fuhr icheine Tag lang planlos durch die Gegend und stand gegen Abend plötzlich an der Grenze zu Bosnien. Umkehren und noch einen Tag in Serbien bleiben oder weiter über die Grenze?  Ich entschied mich dann für den Grenzübertritt.




Bosnien Herzegowina
Und so fuhr ich gespannt auf das nächste Land über die Grenze. Das Ziel .. Sarajevo.
Und wieder fand ich eine Strasse in den Bergen die sich durch eine schöne Schlucht schlängelte.  Ich genoss die ersten Meter in diesem Land.
Gegen Abend dann erreichte ich Sarajevo.  Ich war begeistert vom Leben und Treiben in dieser Stadt.  Ich schlenderte durch den alten Teil der Stadt und genoss einfach die Unbeschwertheit der Menschen dort.
Am nächsten Tag machte ich mich auf nach Mostar.  Wieder schlängelte sich die Strasse den Bergen entlang.  Immer wieder sieht man noch Häuser mit den Spuren des Krieges der doch schon eine weile beendet ist.
In Mostar angekommen  gibt es natürlich die üblichen Fotos die man schiesst wen man schon mal dort ist.   Eine kleine Stärkung in eine Restaurant und weiter gingt es wieder in die Berge.  Es folgte nochmals eine Nacht in Bosnien bevor ich mich auf machte zur Grenze nach Kroatien.




Kroatien
Mit Kroatien konnte ich mich noch nie richtiganfreunden. Aber man soll ja jedem oder allem immer 2-3 Chancen geben.  Ich fuhr durch die Gegend der Winnetou Filme zum Meer.  Das Land lässt keine Wünsche offen für Motorradfahrer. Aber irgendwie komme ich mir in Kroatien immer nur als Tourist dem man das Geld aus der Tasche ziehen soll vor.
So dann auch auf dem Campingplatz auf dem ich nächtigte. Unfreundlich, unwillkommen und launisch wurde ich da behandelt.  Ich bezahlte dann auch gleich, damit ich morgen schnell abreisen konnte. Was sich dann auch bezahlt machte.
Ich genoss noch den Strand und den Sonnenuntergang und legte mich dann mal bei Zeiten in den Schlafsack.
In der Nacht wurde ich dann durch den auffrischenden Wind geweckt. oder war es der Donner??
Um 3.30 schlenderte ich mal zum Meer.
Oha... da braute sich etwas zusammen. Bis zu sieben Blitze zählte ich die da aus dem Himmel ins Meer schossen. So beschloss ich im Dunkeln mal zusammen zu packen. Irgendwann um 4 ging dann das Gelaufe los. Die Zelte wurden Windfester verzurrt, Gräben wurden gezogen und ich komisch angeschaut weil ich zusammenpacken war.  Um halb fünf entschloss ich mich los zu fahren. Ich sah wie mir auf dem Meer die Regenfront folgte.  Doch nach einigen Kurven sah ich das es zwecklos war. Es näherte sich auch noch eine Front von vorne.
So ging es dann einige Stunden durch starken Regen.  Ich überlegte ob ich mich nach Slowenien flüchten solle oder direkt nach hause.
Bei einem Kaffeehalt studierte ich mal die allgemeine Wetterlage und entschloss mich nach hause zu fahren. Es wurde für die nächsten Tage nur noch Regen angesagt.
So fuhr ich dann via Italien... Brenner.. Austria wieder zurück ins Liechtenstein.




Fazit der Reise.  Schöne Länder die ich sicher wieder mal besuchen werde, aber irgendwie wurde ich mit den Menschen dort nicht richtig "warm".   War das erste mal auf meinen Reisen wo ich oft das Gefühl hatte nicht willkommen zu sein.

Ach und fast vergessen. Ein unerwünschtes Mitbringsel hatte ich auch noch bis nach Hause dabei.






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